Vereinsgeschichte

 

20 Jahre Schachverein Erftstadt

 

Fast wäre es vergessen worden. Aber auf der diesjährigen Weihnachtsfeier (Dezember 2016) erinnerte der Vorsitzende Dr. Klaus Jödden daran, dass der Schachverein nun bereits 20 Jahre als eigenständiger Verein besteht. Ein Jubiläum! 1996 wurde der selbständige Verein gegründet.

 

Die Zeit davor

Allerdings gab es schon lange vorher Schach in Erftstadt. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1971. Es war die Zeit, in der viele junge Leute aus der Großstadt auf das Land zogen, um hier im Grünen und im eigenen Heim Ruhe und Lebensqualität zu finden. Viele neue Freizeitaktivitäten entwickelten sich, es wurden Sportvereine verschiedenster Art gegründet. Und so trafen sich auch einige schachbegeisterte Neubürger in Liblar an der Carl-Schurz-Straße im damaligen Lokal Binzenbach – später residierte hier ein China-Restaurant, heute ein EDV-Fachgeschäft -, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Jürgen Mörchen, ein junger Lehrer der Realschule, und sein Kollege Gerhard Andriske ergriffen die Initiative, eine Schachabteilung innerhalb des Vereins SG Erftstadt zu gründen.Man organisierte einige interne Schachturniere und schloss sich Anfang 1972 dem Schachkreis Köln an. Als Spiellokal wählte man das Hotel und Restaurant „Franziskaner“ in Lechenich, da die meisten Spieler aus diesem Stadtteil kamen.15 aktive Mitglieder zählte damals die Schachabteilung.

 

Bei den Mannschaftsspielen im Bezirk Köln gelang auf Anhieb zweimal in Folge der Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. Das Spielgeschehen erfuhr 1975 einen starken Aufschwung. Erstmals gewann man neue Mitglieder (Helmut Nerstheimer, Franz-Georg Rips [der spätere Bürgermeister], Helmut Schlich), die in höheren Spielklassen in anderen Vereinen gespielt hatten und einen gewissen „Professionalismus“ einführten. Drei Aufstiege in Folge führten 1978 in die Verbandsliga Mittelrhein. Die Stadt Erftstadt würdigte diesen Erfolg durch die Verleihung des Titels „Mannschaft des Jahres“, eine Ehrung, die damals regelmäßig verdienten Sportlern zu Teil wurde. Der Verein erlebte nun eine Blütezeit, sowohl hinsichtlich der Mitgliederzahlen als auch der Spielstärke. In der Saison 1978/79 wurde erstmals eine Jugendmannschaft gemeldet.

 

Anfang der 1980er Jahre bezog der Verein ein neues Spiellokal, das SGE-Vereinsheim in Liblar in der Bahnhofstrasse. Leider ging in den darauffolgenden Jahren die Mitgliederzahl stark zurück, lediglich 16 Aktive waren noch zu verzeichnen. Zudem gab es Schwierigkeiten in der Terminabsprache zwischen den verschiedenen Abteilungen in der SGE. Deshalb entschloss man sich 1990, die SGE zu verlassen und dem VfB Lechenich beizutreten. Spiellokal war nun das VfB-Vereinsheim in Lechenich am Hennes-Weisweiler-Weg. Zu dieser Zeit war Peter Kirst Abteilungsleiter. In erster Linie seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass in den folgenden Jahren die Mitgliederzahl ständig anstieg und insbesondere eine äußerst erfolgreiche Jugendarbeit aufgebaut wurde. Es wurden Schach-Arbeitsgemeinschaften in beiden Erftstädter Gymnasien eingerichtet und auch im Verein ein breites Übungsprogramm angeboten. Seit 1991 werden neben den Turnieren für die Erwachsenen auch regelmäßig gesonderte Vereins- und Stadtmeisterschaften für Jugendliche und Schüler durchgeführt. Jungen- und Mädchenmannschaften qualifizierten sich in den 1990er Jahren zur Teilnahme an deutschen Meisterschaften.

 

Gang in die Selbständigkeit

Die positive Mitgliederentwicklung der neunziger Jahre führte zu Raumproblemen beim VfB, die auf absehbare Zeit nicht zu beheben waren. Im Jahre 1996 entschloss man sich daher, den Großverein zu verlassen und sich selbständig zu machen. Es wurde der Schachverein Erftstadt e.V. als gemeinnütziger Verein gegründet. Als Spiellokal konnte das Pfarrzentrum von St. Kilian in Lechenich gewonnen werden, Räumlichkeiten, um die uns so manch ein Schachverein aus dem Kreis Köln beneidet.

 

Allerdings brachte dieser Gang in die Selbständigkeit auch organisatorische Änderungen mit sich. Aufgaben, die bisher der Gesamtverein erledigte, mussten nun in Eigenregie bewältigt werden, etwa die Mitgliederverwaltung, Erstellen einer Satzung, Versicherungsfragen usw. Dies alles erfolgte unter der Regie des damaligen Vorsitzenden Peter Kirst, unterstützt von mehreren hilfsbereiten Mitgliedern. Sehr hilfreich für die Selbständigkeit war die kontinuierliche großzügige Förderung von Helmut Schlich, der 2015 leider verstarb. Insbesondere der Nachwuchs war ihm ans Herz gewachsen. Seine Söhne setzen diese Förderung in seinem Sinne fort.

 

Im Jahr 2000 wurde die Vereinszeitschrift Incognito ins Leben gerufen, sie erscheint bis heute noch zwei mal jährlich. Und auch die Mitgliederentwicklung verlief weiterhin positiv. Im Dezember 2001 wurde das hundertste Mitglied aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind Jugendliche. Damit zählt der SV Erftstadt zu den mitgliederstärksten Schachvereinen im Bezirk Köln. Die Jugendarbeit wurde 2000 erstmals von offizieller Stelle gewürdigt, der Deutsche Schachbund verlieh dem Verein das Qualitätssiegel "Deutscher Top-Schachverein".

 

2006 feierte der Schachverein seinen zehnten Geburtstag. Im Rahmen des Festakts im Rathaus Erftstadt gab die deutsche Großmeisterin Ketino Kachinai-Gersinska am 17. Juni eine Simultanveranstaltung. Beim 15. Vereins-Geburtstag im Jahre 2011 zeigte Großmeister Christopher Lutz bei einem Simultanturnier, wie man richtig Schach spielt.

 

2009 trat Peter Kirst aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Vorsitzenden zurück. Danach übernahm er „nur“ noch die Verantwortung für den Jugendbereich. Der Vereinsvorsitz wurde Dr. Daniel Effer-Uhe angetragen, das operative Geschäft besorgte weitgehend der neue 2. Vorsitzende Andreas Harcke, den es Mitte der 1990er Jahre beruflich aus Blankenburg nach Erftstadt verschlagen hatte. Mit großen Engagement stürzte sich der neue Vorstand in die anliegenden Aufgaben, so dass der Führungswechsel kontinuierlich fortgeführt wurde. Andreas Harcke ist auch der spielstärkste Aktive im Verein.

 

Die Nachwuchsarbeit, ein Schwerpunkt im Vereinsgeschehen, machte immer wieder von sich reden. Nachdem sich bereits 1993/94 eine Jungenmannschaft U13 für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften qualifiziert hatte, wollten 1995 die Mädchen U15 nicht nachstehen. Von 1998 bis 2000 erreichten die Mädchen dreimal hintereinander die Teilnahme an der U20 Meisterschaft, 2003 spielten die Mädchen U14 in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. 2015 verlieh der Deutsche Schachbund dem Verein zum sechsten Mal in Folge das Qualitätssiegel "Deutscher Top-Schachverein". Kein anderer Schachverein in Deutschland kann da mithalten.

 

Ein Highlight ist das „Brötchenturnier“ das seit 1981 jährlich durchgeführt wird und zu dem in den letzten Jahren jeweils 250 bis 300 Schachspielerinnen und Schachspieler aus ganz Deutschland anreisten. Zur Halbzeit dieses Turniers öffnet das Buffet mit 2000 Brötchenhälften, welche Mitglieder und Mütter von Jugendlichen ehrenamtlich mit Mett, Käse und Nutella belegen. In manchen Jahren reisten dazu auch Schachspieler aus der englischen Partnerstadt Wokingham an, zu denen regelmäßig Kontakt gepflegt wird, gegenseitige Besuche dienen dem Kennenlernen des anderen Landes.

 

Ein weiterer Höhepunkt war 2008 zu verzeichnen. Damals wurde die Frauenmannschaft Sieger in der Regionalliga West und stieg damit in die 2. Bundesliga auf. Leider waren im Jahr darauf zu wenig Frauen spielbereit. Die Mannschaft wurde zurückgezogen.

 

2015 trat der Vorstand um Dr. Daniel Effer-Uhe und Andreas Harcke zurück, berufliche Veränderungen verhinderten eine weitere angemessene Vereinsführung. Nachfolger wurden Dr. Klaus Jödden und Gerald Kirste, welche den Verein engagiert und verantwortungsvoll weiterführen.

 

In der aktuellen Saison 2016/17 sind vier Herrenmannschaften am Start. Die erste Mannschaft spielt in der Verbandsliga Mittelrhein, der sie seit 1978 mit einer kurzen Unterbrechung angehört. Zwei Jugendmannschaften treten innerhalb der Schachjugend Mittelrhein an.

 

Die Entwicklung des Vereins ist getragen von dem ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Mitglieder. Besonders verdienstvollen Mitgliedern wurde die Ehrenmitgliedschaft angetragen, nämlich Helmut Nerstheimer, Jochen Haupt, Peter Kirst und Helmut Schlich (gest. 2015).

 

Weitere Informationen findet man auf der Vereins-Homepage http://www.schachverein-erftstadt.de/

Insbesondere kann man sich hier über die Trainingszeiten informieren, zu denen jeder herzlich eingeladen ist.

 

Jochen Haupt / Werner Rost

 

 

 

35 Jahre Schach in Erftstadt

 

Jubiläumsschrift des Schachvereins Erftstadt e.V.

 

 

Im Herbst des Jahres 1971 fanden sich einige schachbegeisterte Neubürger der jungen Stadt Erftstadt zusammen, um in ihrer neuen Heimatstadt ihr Hobby zu pflegen. Es war die Zeit, in der viele junge Leute aus der Großstadt auf das Land zogen, um hier im Grünen und im eigenen Heim Ruhe und Lebensqualität zu finden. Viele neue Freizeitaktivitäten entwickelten sich, es wurden Sportvereine verschiedenster Art gegründet.

 

Die Initiative zur Bildung eines Schachvereins ging aus von Jürgen Mörchen, einem jungen Lehrer der Realschule, der zusammen mit seinem Kollegen Gerhard Andriske einige Interessenten für das königliche Spiel fand. Zunächst traf sich ein Grüppchen von 8 - 10 Spielern im damaligen Lokal Binzenbach in Liblar, dem heutigen China-Restaurant auf der Carl-Schurz-Straße.

 

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Lokal Binzenbach, links neben dem Möbelhaus Birkhölzer

Inhaber war Josef "Jupp" Binzenbach

Das Bild wurde von seinem Sohn Klaus Binzenbach freundlicherweise zur Verfügung gestellt (Okt. 2015)

 

Die Schachspieler schlossen sich als Abteilung der Sportgemeinschaft Erftstadt (SGE) e.V. an, erster Abteilungsleiter wurde Jürgen Mörchen. Nachdem man die ersten Monate durchgehalten hatte, begann dann am 20. Januar 1972 das erste „richtige“ Schachturnier in Erftstadt. Es starteten 14 Teilnehmer, jeder hatte gegen jeden Gegner zwei Partien zu absolvieren. Das Turnier zog sich hin bis zum 5. Mai, lediglich neun Spieler hielten bis zum Ende durch. Sieger wurde Eberhard Maurer, der aber damals noch für einen Kölner Schachverein spielte und erst einige Jahre später Mitglied in Erftstadt wurde.

 

Die Mitgliederzahl stieg sehr bald auf etwa 15 Spieler an, man entschloß sich, die Mitgliedschaft im Schachkreis Köln zu beantragen und an den offiziellen Mannschaftswettkämpfen teilzunehmen. Als Spiellokal wählte man den „Franziskaner“ in Lechenich, da die meisten Spieler aus diesem Stadtteil kamen.

 

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 Der Franziskaner, Lechenich, Klosterstr. 16

 

Kein einziger Spieler hatte bisher richtige Wettkampferfahrung, daher hatte Jürgen Mörchen eine echte Aufgabe, die Mannschaft mit den Turnierregeln vertraut zu machen. Erftstadt startete in der dritten Kreisklasse, und wenn auch die Turniererfahrung fehlte, Schach spielen konnte man schon, ungeschlagen wurde die Mannschaft Gruppensieger in der Besetzung Hans Schmaus, Armin Gutsche, Theo Rösler, Peter Flatten, Alfons Schönenborn, Jochen Haupt, Rolf Michels, Gerhard Andriske, sowie den weiteren Spielern Stefan Warth, Hans Wilhelm Matzerath, Gerhard Stöbe, Hans Ronneberger, Werner Siegers, Jürgen Mörchen, die ebenfalls alle zum Einsatz kamen. Es folgte in der nächsten Saison, ebenfalls ungeschlagen, der Aufstieg in die erste Kreisklasse. Der Spielerkader blieb weitgehend unverändert, lediglich drei neue Spieler waren gewonnen worden, aber vier hatten den Verein wieder verlassen.

 

Die erste Stadtmeisterschaft wurde im Herbst 1974 mit 30 Teilnehmern durchgeführt und seit daher jährlich durch unseren Verein ausgerichtet. Auch hier siegte Eberhard Maurer (als Gast) vor Joachim Haupt.

 

Das Spielgeschehen erfuhr 1975 einen starken Aufschwung. Erstmals gewannen wir neue Mitglieder (Nerstheimer, Rips, Schlich), die in höheren Spielklassen in anderen Vereinen gespielt hatten und uns „Professionalismus“ beibrachten. Jürgen Mörchen legte nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit sein Amt als Abteilungsleiter nieder, und für einige Monate übernahm Manfred Mückenberger seine Aufgaben, bis 1976 Franz Georg Rips Abteilungsleiter wurde. Zum ersten Male wurde außerdem ein Turnierleiter gewählt (Joachim Haupt) sowie ein Jugendwart (Wolfgang Kummer). Es wurde die erste Turnier- und Spielordnung verabschiedet, deren Grundzüge auch heute noch unser Spielgeschehen regeln.

 

Der Aufstieg in die Bezirksklasse, 1977 in die Bezirksliga, 1978 in die Verbandsliga Mittelrhein waren das Ergebnis. Damit war aber offensichtlich das Potential in Erftstadt ausgeschöpft, es ist uns bis heute nicht gelungen, den Sprung in die Oberliga zu schaffen, wenn wir auch gelegentlich nahe daran waren. Die Stadt Erftstadt würdigte diesen Erfolg durch die Verleihung des Titels „Mannschaft des Jahres“, eine Ehrung, die bis vor einigen Jahren regelmäßig verdienten Sportlern zu Teil wurde, nun aber dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Zu dieser Mannschaft gehörten die Spieler Armin Gutsche, Jochen Haupt, Rolf Michels, Helmut Nerstheimer, Franz Georg Rips, Herbert Schilling, Helmut Schlich, Alfons Schönenborn, Helmut Thomas.

 

Der Verein erlebte nun eine Blütezeit, sowohl hinsichtlich der Mitgliederzahlen als auch der Spielstärke. Zwar gab es schon 1975 die ersten jugendlichen Mitglieder, aber ab der Saison 1978/79 hatten wir genügend Jugendliche zur Beteiligung an den Wettkämpfen auf Bezirks- und Verbandsebene.

 

Franz Georg Rips mußte aus beruflichen Gründen die Abteilungsleitung abgeben, Nachfolger wurde Helmut Nerstheimer, der dieses Amt zehn Jahre lang behielt. In dieser Zeit erfolgte der Umzug zunächst in das Pfarrzentrum in Lechenich, welches auch heute wieder unser Spiellokal ist, später in das neu errichtete Vereinsheim der SGE in Liblar.

 

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SGE Vereinsheim in Liblar, Bahnhofstr. 14

(fotografiert am 7.1.2016, WR)

 

 

Im November 1981 feierten wir, etwas verfrüht, das zehnjährige Bestehen der Schachabteilung mit einem großen Mannschaftsblitzturnier für Vierermannschaften. Das Turnier war auf Anhieb ein voller Erfolg und findet seither jährlich statt. Damals nahmen 15 Mannschaften teil, in den letzten Jahren steigerte sich die Zahl auf mehr als sechzig. Bei unseren befreundeten Vereinen ist es unter dem Namen „Brötchenturnier“ ein Begriff geworden. Diese Bezeichnung verdankt das Turnier der Tatsache, daß eine Anzahl einsatzfreudiger Spielerfrauen jedes Jahr ganze Berge von belegten Brötchen vorbereitet, die während des Spielabends kostenlos gereicht werden.

 

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1. Brötchenturnier 1981 in der Liblarer Aula - Erftstadt wurde Zweiter [aus dem Archiv von Jochen Haupt]

 

In der Spielsaison 1985/86 richtete der Schachbezirk Köln zum ersten Male eine Mannschaftsmeisterschaft für Senioren ein. Unser Team, damals in der Besetzung Eberhard Maurer, Helmut Nerstheimer, Helmut Schlich, Gottfried Jung, gewann diesen Wettbewerb damals und in der Folge noch insgesamt fünf Mal, zuletzt 1996 in der Besetzung Eberhard Maurer, Peter Kirst, Helmut Nerstheimer, Jochen Haupt. Auch die Seniorenblitzmeisterschaft des Bezirks wurde mehrfach von Erftstädtern gewonnen, und zwar von Eberhard Maurer, Helmut Schlich und Peter Kirst. Erftstadt hatte damit lange Jahre die mit Abstand erfolgreichste Seniorenvertretung im Schachbezirk Köln.

 

1988 legte Helmut Nerstheimer nach zehn Jahren intensiver Arbeit den Vorsitz nieder, Joachim Haupt wurde Abteilungsleiter, die Aufgabe des Turnierleiters übernahm Maximilian Voss. Werner Baumgarten leitete die Jugendarbeit. Bereits 1989 gab Joachim Haupt das Amt wieder ab, da er aus beruflichen Gründen für zwei Jahre Erftstadt verlassen mußte. Peter Kirst wurde neuer Abteilungsleiter. Wegen zunehmender Schwierigkeiten in der Terminabsprache zwischen den verschiedenen Abteilungen in der SGE entschloss man sich 1990, die SGE zu verlassen und dem VfB Lechenich beizutreten. Zu jener Zeit war dies ein guter Entschluß, die Mitgliederzahl war auf ganze 16 gesunken, und das Angebot und die Räumlichkeiten entsprachen genau den Bedürfnissen einer so kleinen Abteilung.

 

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Unser Spiellokal beim VfB Erftstadt,  Lechenich, Hennes-Weisweiler-Weg 2

(fotografiert am 3.1.2016, WR)

 

In erster Linie Peter Kirst’s Einsatz ist es zu verdanken, daß in den folgenden Jahren die Mitgliederzahl ständig anstieg und insbesondere eine äußerst erfolgreiche Jugendarbeit aufgebaut wurde. Es wurden Schach-Arbeitsgemeinschaften in beiden Erftstädter Gymnasien eingerichtet und auch im Verein ein breites Übungsprogramm angeboten. Seit 1991 werden neben den Turnieren für die Erwachsenen auch regelmäßig gesonderte Vereins- und Stadtmeisterschaften für Jugendliche und Schüler durchgeführt.

 

Die größten Erfolge im Jugendschach waren die Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften, 1993/94 hatten sich die Jungen der Altersklasse U13 qualifiziert (Michael Heyen, Stephan Wagner, Thorsten Wagner, Christian Dreser), 1995/96 die Mädchen U15 in der Besetzung Nadine Schwahn, Cornelia Welte, Kathi Perge, Nicole Köllejan. in den Jahren 1998 bis 2000 erreichten unsere Mädchen dreimal in folge die Teilnahme an der U20 Meisterschaft, 2003 erreichten die Mädchen die Endrunde in der Altersklasse U 14 um die Deutsche Meisterschaft.

 

Die positive Mitgliederentwicklung der neunziger Jahre führte zu Raumproblemen beim VfB, die auf absehbare Zeit nicht zu beheben waren. Im Jahre 1996 entschloß man sich daher, den Großverein zu verlassen und sich selbständig zu machen. Zum 1.7.1996 wurde der Schachverein Erftstadt e.V. als gemeinnütziger Verein gegründet. Ausnahmslos alle Mitglieder befürworteten diesen Schritt und machten den Wechsel mit. Den Vorstand bildeten Peter Kirst, Joachim Haupt und Adrianus Renes, unterstützt durch Alfons Schiffer (Kassen- und Materialwart), Werner Baumgarten (Turnierleiter), Daniel Effer (Jugendwart), Werner Rost (Protokollführer). Leider mußten Peter Kirst und Adrianus Renes aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt wieder niederlegen. Jochen Haupt und Alfons Schiffer bildeten einen geschäftsführenden Vorstand. Erfreulicherweise konnte Peter Kirst sich gut erholen, so daß er die Vereinsführung wieder übernahm und bis heute innehat, zusammen mit Andreas Harcke und Alfons Schiffer.

 

Als Spiellokal konnte erneut das Pfarrzentrum von St. Kilian in Lechenich gewonnen werden. Hier sind wir in idealer Weise untergebracht, da insbesondere Pfarrer Hösen stets ein offenes Ohr für die Belange der Schachspieler hat.

 

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Unser aktuelles Spiellokal St. Kilian, Lechenich

(fotografiert am 10.6.2016, Herbert Rhiem)

 

Im Jahre 2004 ernannten wir Helmut Nerstheimer, unseren langjährigen Vorsitzenden, anläßlich seines achtzigsten Geburtstages zum bisher einzigen Ehrenmitglied unseres Vereines. Wir freuen uns, dass er trotz seines hohen Alters und vieler gesundheitlicher Probleme noch immer aktiv an den Mannschaftskämpfen teilnimmt, und hoffen, dass ihm dies auch in den nächsten Jahren noch möglich sein wird.

 

Mit über 100 Mitgliedern, davon gut die Hälfte Jugendliche, sind wir heute nicht nur einer der mitgliederstärksten Schachvereine im Bezirk Köln. Wir hoffen, daß auch die Spielstärke bei den Jugendlichen bald wieder eine Steigerung erfährt, der Nachwuchs ist vielversprechend, aber noch nicht in allen Altersklassen stark genug, um erneut an die Teilnahme auf höchster Ebene zu denken. Unsere Mädchenmannschaft hat sich allerdings in diesem Jahr wieder für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft U14 qualifiziert.

 

Zwei Maßnahmen fördern dabei den Erfolg. Zum einen die finanzielle Unterstützung durch Helmut Schlich, der nach wie vor jährlich mehrere tausend Euro zur Verfügung stellt. Seit dem Jahre 2001 haben wir das Training, das schon immer einen breiten Raum einnahm, durch die Verpflichtung eines Spitzentrainers, Herrn Bernd Rosen, qualitativ erheblich verbessert. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch einmal offiziell bei den Jugendlichen bedanken, die jede Woche dabei helfen, die Vielzahl jüngerer Spieler zu betreuen.

 

Es gibt nur wenige Vereine, die das Jugendtraining unter so fast idealen Bedingungen durchführen. Bestätigt wurde uns dies offiziell vom Deutschen Schachbund durch die Verleihung der Auszeichnung "TOP-Verein im Bereich Jugendarbeit", eine Auszeichnung, die bisher in ganz Deutschland nur etwa zehn Vereinen verliehen wurde. Wir sind jedenfalls der einzige Verein, der bereits zum dritten Male diese Auszeichnung erhalten hat.

 

Neben dem "normalen" Schachangebot, also der Durchführung von Turnieren, bemühen wir uns auch, insbesondere die Jugendlichen zur Teilnahme an ausserschachlichen Aktivitäten schmackhaft zu machen. Seit gut zehn Jahren haben wir daher regelmäßige Kontakte zu einem englischen Schachverein in der Nähe unserer Partnerschaftsstadt Wokingham, dem Crowthorne Chess Club, und fast jedes Jahr finden zwei Treffen statt, bei denen neben dem Schachspiel insbesondere das Kennenlernen des anderen Landes im Vordergrund steht.

 

Die zukünftige Entwicklung für den Schachverein Erftstadt sieht durchaus positiv aus, da die Vielzahl interessierter Jugendlicher dafür spricht, daß auch in den nächsten Jahren das Fortbestehen unseres Vereines gesichert ist.

 

J Haupt

Erftstadt, im Juni 2006

 


 

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